Ein Feind mit viel Geduld

 Die Tuberkulose ist eine chronische bakterielle Infektion, die überwiegend durch Niesen und Husten übertragen wird. Am weitaus häufigsten befällt der Erreger, Mycobacterium tuberculosis, die Lunge - aber auch Haut, Knochen und innere Organe können erkranken.

Das Krankheitsbild ist im Anfangsstadium für ärzte schwer einzuordnen. Die Menschen leiden zunächst unter quälendem Husten, Fieber, Nachtschweiß und Gewichtsverlust. Wird der Patient nicht mit antibakteriellen Medikamenten behandelt, führt die über Jahre fortschreitende Zerstörung der befallenen Organe meist zum Tod.

Hat das Bakterium einmal den Weg in den menschlichen Körper gefunden, kann es dort lange überleben, ohne dass die Krankheit ausbricht. Weil ein schlagkräftiges Immunsystem den Erreger zwar an der Ausbreitung hindert, ihn aber nicht vollständig zerstören kann, tragen viele Menschen den schlummernden Keim jahrelang in sich.

Um die menschliche Immunabwehr zu überlisten, benutzen die Mikroben ein besonders trickreiches Versteck: Sie nisten sich im Inneren bestimmter körpereigener Abwehrzellen ein, in en Makrophagen. Diese Freßzellen zerstören normalerweise Eindringlinge wie Bakterien oder Fremdkörper. Indem das Tuberkelbakterium die Makrophagen entert, legt es deren Abwehrkräfte lahm. So entsteht ein labiles Gleichgewicht zwischen dem Erreger und seinem Wirt, dem Menschen.

Sobald das Immunsystem schwächer wird - im Alter, nach schweren Operationen, durch akute Erkrankungen-, verläßt das Bakterium seine Deckung und geht zum Angriff über. Der Erreger breitet sich ungehindert im Körper aus - eine aktive, meistens ansteckende Tuberkulose ensteht.